Musikreise ins Elsass

Freitag, 5. September 2014, 7.00 Uhr:

 

Eine gut gelaunte Truppe von 30 Personen hat sich auf dem Schachenparkplatz in Hedingen versammelt. Es handelt sich um den Musikverein samt Angehörige, bereit eine Reise ins Elsass anzutreten. Die Koffer sind im Car verstaut, das Schlagwerk ist schon eingeladen; ab geht es ohne Halt nach Strasbourg!

10.30 Uhr, Strasbourg:

Ganz der Reiseprofi zeigt der Chauffeur das Strasbourger Münster zunächst von allen Seiten, bevor er die Gäste nahe der Fussgängerzone aussteigen lässt. Adolf ist ein routinierter, unkomplizierter Fahrer. Er hatte bereits im 2007 das Vergnügen mit dem Musikverein Hedingen. Damals ging es in die Toscana. Es ist noch etwas Zeit bis zur Altstadt-Führung und so genehmigen sich die einen ein Stück tarte aux pommes, andere schlendern an den Souvenirläden vorbei.

Mit einem Abstecher in die Kathedrale startet der Standrundgang. Sofort fällt auf: Die Führung ist überaus originell und spannend. So dürfen wir dann auch den Miniatur-Hund eines evangelischen Predigers an der Kanzel suchen. Die 15 Meter hohe astronomische Uhr wird mit vielen Superlativen und bildlich erzählten Anekdoten präsentiert.

Anschliessend geht es in die grosse Fussgängerzone. Im Gerberviertel gibt es alte Riegelhäuser zu bestaunen sowie den Kanal mit Binnenschiffahrt. Wie gerufen fährt ein Schiff in die Schleuse der Ile. Bei der Ausfahrt öffnet sich die niedrige Brücke durch eine seitliche Drehbewegung, ein seltsamer Vorgang. Als Fussgänger muss man sich in Strasbourg vor dem Verkehr in Acht nehmen. Die breiten Velostreifen lassen bei den Zweirädern eine entsprechende Geschwindigkeit zu. Doch noch fieser sind die Trams. Sie bremsen nie und so kommt es, dass ab und zu ein Tourist plattgebügelt wird.

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12.50 Uhr, Strasbourg:

Uns bleibt etwas Zeit zum Bummeln. Auch von der Elsässischen Küche lassen wir uns verwöhnen. Am späten Nachmittag kommen wir nach einer einstündigen Fahrt in Kaysersberg an. Der Check-In im Dreisternehotel verläuft überaus geordnet. Mit zackigem Ton trennt die Hausherrin die Gruppe in Ehepaare und Vereinskollegen. So kann sie die unterschiedlichen Räume zuweisen. Das Hotel ist ausgebucht. In der idyllischen Gegend machen Töff- und Velofahrer gerne Halt.

 

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17.30 Uhr, Kaysersberg:

Im überschaubaren, aber sehr ansprechenden Altstättchen gönnen wir uns einen Apéro. Anschliessend geht es in ein Restaurant nahe des Hotels. Die gigantischen Portionen sind etwas für den grossen Hunger. Wir lernen schnell, dass man in Frankreich als Gruppe keine Gesamtrechnung bekommt. Man bezahlt einzeln; das, was man denkt, konsumiert zu haben.

Abends um zehn wirkt das Städtchen verschlafen. Nur eine Hand voll MVH’ler lassen sich zu einer Kneipentour verleiten. Offene Beizli werden erst beim dritten Mal Nachfragen gefunden.

Samstag, 8.10 Uhr, Kaysersberg:

Wir schlemmen beim reichhaltigen Zmorgenbuffet. Die Platzverhältnisse sind etwas eng; anscheinend hat man uns zurecht darauf hingewiesen, dass das Hotel gut gefüllt ist. In schwarze Hosen und weisse MVH-Hemden gekleidet unterhalten wir uns über den bevorstehenden Tag.

9.40 Uhr, Haute-Kœnigsbourg:

Das Château du Haute-Kœnigsbourg ist tatsächlich überaus imposant. Bei der Führung erfahren wir mehr über Wilhelm II., der die Burg von 1901 bis 1904 restaurieren liess. Sie sollte ein wichtiger Bau im Westen des noch auszudehnenden Reichs der Preussen werden. Bescheidenheit war also keineswegs das Motto bei diesem Monument. Auch die vielen Jagdtrophäen machen deutlich, dass Wilhelm II. etwas zu kompensieren hatte.

 

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11.00 Uhr, Haute-Kœnigsbourg:

Im Burggarten, einer Art Innenhof der Burg, dürfen wir unser Konzert halten. Die Instrumente sind durch die Mithilfe aller gezügelt worden. Eine clevere Abkürzung hat uns den Weg erleichtert, die zu überwindenden Treppenstufen sind hingegen geblieben. Auch Stühle haben wir für die Musikanten und Passanten herangetragen.

Nach den ersten Stücken sind bereits viele Passanten stehen geblieben. Eine spürbare Begeisterung liegt in der Luft. Wie bei einem Heimspiel einer Fussballmannschaft hat sich eine regelrechte Fangemeinde eingefunden. Dass wir ein breites Repertoire zusammengestellt haben, zahlt sich nun aus. Wir vermögen alle Anwesenden zufrieden zu stellen. Dieser schöne Moment wird natürlich auch bildlich festgehalten – Vielen Dank an Sebastian Grässli für die tollen Aufnahmen!

12.40 Uhr, Haute-Kœnigsbourg:

Die Instrumente haben wir in den Reisebus verladen; der Transportweg schien seit dem Zurücklegen des Hinwegs noch länger geworden zu sein. Einige Schweissperlen purzeln die Stirn herunter. Keiner beklagt sich über die hohen Temperaturen – mittlerweile ist es 27° bei überaus sonnigem Wetter geworden – stattdessen wird sofort auf die kurzen Hosen gewechselt.

Der Bus ist unterwegs nach Ribeauvillé. Zum Essen bleibt dann im touristischen Städtchen genügend Zeit. Momentan ist ein Schluck Wasser wichtiger; auch Äpfel werden mit Genugtuung verspeist.

14.00 Uhr, Ribeauvillé:

Die MVH’ler bummeln in kleinen Grüppchen durch die Fussgängerzone. Nebst vielen Souvenirläden gibt es auch einen Mittelaltermarkt zu bestaunen. Lustigerweise ist ein etwas zurückversetztes Gasthaus mit Pergola Ziel fast aller Musikanten. Man ist sich also unabhängig voneinander einig, welches Lokal am gemütlichsten aussieht. So wird dann auch gerne eine minimale Wartezeit aufs Cordon-Bleu in Kauf genommen.

16.30 Uhr, Zellenberg:

Die Weinkellerbesichtigung des Winzers Edmont Kentz lässt sich niemand entgehen. Begriffe wie AOC Alsace Grands Crus oder Elsässische Weinstrasse werden erläutert und die Zusammensetzung des Edelzwickers beschrieben. Natürlich folgt nach der Führung auch eine Degustation. Neben verschiedenen Varianten von Weinen aller sieben Elsässischen Rebsorten hat Rentz auch eigene Crémants im Angebot.


19.00 Uhr, Kintzheim

Wir haben uns nach einer kurzen Carfahrt in einem einfachen Restaurant eingefunden, das an eine Jugendherberge angegliedert ist. Dies passt tipp topp zum Anlass: Es gibt Flammkuchen à discrétion. Die vom Verein offerierte Speise mundet sehr. Auch das Dessert passt zum Programm: Apfelflammkuchen.

Die Präsidentin verdankt Karin Wäfler herzlich. Unsere Dirigentin hat uns heute zum letzten Mal musikalisch geleitet. Sie tritt eine neue Herausforderung in Lostorf (SO) an, während sie auch noch den Master in Orchesterdirektion in Luzern macht. Monika wünscht Karin alles Gute für die Zukunft und überreicht ihr ein Präsent.

  

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22.00 Uhr, Kaysersberg

Zurück beim Hotel wird beraten, ob noch auf das erfolgreiche Konzert und die schöne Reise angestossen werden soll. Doch schon während des Frischmachens werden die Hedinger arg gestört. Ein Neuankömmling hat im Zimmer versucht, eine Zigarette anzuzünden. Was für ein Theater die Franzosen da abziehen, herrlich! Uns ist das Recht; beim Feierabendbier am Tisch mit rund zwölf Leuten gibt es deshalb ein lustiges Gesprächsthema mehr.

Sonntag, 9.15 Uhr, Kaysersberg, im Car bereit zur Abfahrt

Gemütlich und brav sitzen die Hedinger im Car. Da stürmt die Hotelbesitzerin ins Gefährt, schnappt sich das Mikro und erklärt uns zum Abschied noch, wie Willkommen wir waren. Wir lassen das seltsame Ritual über uns ergehen. Etwas amüsanter wird die zehnminütige Rede gegen Ende dann doch noch. Hasi ist anscheinend vom schönen Kaysersberg so angetan, dass er immer noch den Zimmerschlüssel auf sich trägt; der Schlüssel wird natürlich eingezogen.

11.00 Uhr Mulhouse, Automobilmuseum, Sammlung Schlumpf

Bereits eine Stunde entzücken uns die Oldtimer des Automobilmuseums. Eine äusserst beachtliche, umfangreiche und ganzheitliche Sammlung ist das. Die Anfänge der Fahrzeuge mit motorisierten Kutschen, kaum Schrittempo fahrenden Ungetümen oder riesigen, schiffartigen Edelkarossen gilt es zu bestaunen. Die Sammlung konzentriert sich auf die Frühphase der Autos bis in die 30er Jahre. Marken wie Alfa Romeo, Bugatti, Aston Martin, Fiat, Renault, Bentley und Lancia sind vertreten. Bei der gerade gestarteten Show auf dem kleinen Rundkurs können wir die Klassiker in Bewegung erleben. Wir folgen den Präsentation des Ford T1-Modells, des Deux Chevaux, einer 4 km/h schneller Kutsche und weiteren Fahrzeugen bis hin zum VW Käfer.

13.45 Uhr, Mulhouse

Nach einer Zwischenstärkung treten wir kurz nach der Mittagszeit die Heimreise an. Voller Eindrücke geniessen wir ein letztes Mal die idyllische Landschaft. Vielen lieben Dank den Organisatoren dieser überaus gelungenen Reise!

Weitere Fotos von der Musikreise ins Elsass

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